Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung

Blutdruckmessgeräte gibt es viele. Sollen die Messwerte jedoch automatisch mit Apple Health synchronisiert werden, sieht es recht dünn aus, denn Blutdruckmessgeräte mit Bluetooth und Health-kompatibler App gibt es nur wenige. Das Omron Evolv ist ein solches Blutdruckmessgerät und misst den Blutdruck am Oberarm. Es kommt ohne störende Schläuche aus und bietet eine 360-Grad-Messung. Die Werte werden auf einem OLED-Display angezeigt.

Ein Blutdruckmessgerät soll vor allem verlässliche Werte liefern. Preiswerte Geräte vom Drogerie-Discounter um die Ecke leisten das häufig nicht. Außerdem gibt es derzeit nur sehr wenige Bluetooth-Blutdruckmessgeräte auf dem Markt. Nicht jedes von ihnen bietet die Option, Messdaten jenseits der eigenen App mit Apple Health zu synchronisieren. Dies ist jedoch recht praktisch, denn in Apple Health lassen sich alle Gesundheitsdaten von unterschiedlichen Messgeräten wie beispielsweise der Apple Watch, WLAN-Waagen und Schlafanalyse-Matten zusammenführen und darstellen. Andernfalls bleiben die Daten in der jeweiligen App des Herstellers isoliert.

Handgelenks-Blutdruckmesser sind etwas umständlicher zu bedienen als Geräte, die am Oberarm messen, denn das Handgelenk muss für eine verlässliche Messung auf Höhe des Herzens gehalten werden. Oft kommt es dabei zu Messfehlern. Oberarm-Blutdruckmessgeräte kennen dieses Problem nicht, denn mit ihnen erfolgt die Messung automatisch auf Herzhöhe.

Schickes stromsparendes Blutdruckmessgerät mit OLED-Display

Auch das Omron Evolv HEM-7600T-E (Amazon Partner-Link) vom japanischen Healthcare-Spezialisten Omron misst den Blutdruck am Oberarm. Elektronik, Pumpe und Manschette bilden eine Einheit, sodass während einer Messung kein Schlauch stört. Die Komponenten sind in einem schicken schwarzen Kunststoffgehäuse untergebracht. Die Abmessungen des Evolv betragen inklusive Manschette etwa 120 x 100 x 90 mm. Das Gewicht beträgt mit Batterien 288 Gramm. Das hört sich viel an, zerrt bei einer Messung aber nicht am Oberarm. Omron legt eine kleine Tasche mit Reißverschluss bei, in der sich das Blutdruckmessgerät beispielsweise für Reisen verstauten lässt. Sonderlich gepolstert ist die Tasche allerdings nicht, hält also keine Stöße ab. Gegen Staub schützt sie aber allemal.

Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung Evolv mit Tasche

Die notwendige Energie für das Omron Evolv liefern vier AAA-Batterien, die sich hinter einer einfach zu öffnenden Abdeckung befinden. Das Einlegen der bereits mitgelieferten Batterien gestaltet sich allerdings recht fummelig, weil die angeflanschte Manschette dabei etwas im Weg ist.

Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung Evolv Batteriefach

Wer will, kann das Blutdruckmessgerät auch mit Akkus bestücken. Ob sich das lohnt, sei dahingestellt, denn nach Herstellerangaben hält ein Satz Batterien etwa 300 Messungen durch. Ob das stimmt, konnten wir im Testzeitraum nicht feststellen, in dem etwa 80 Messungen durchgeführt wurden. Den aktuellen Batteriestand zeigt das Omron Evolv nicht an, sondern nur, wenn die Batterien ausgetauscht werden sollten.

Zum stromsparenden Betrieb trägt das OLED-Display bei. OLEDs arbeiten mit organischen, selbstleuchtenden Pixeln. In schwarzen Bereichen, beim Evolv der komplette Hintergrund, sind die Pixel komplett abgeschaltet und benötigen damit keinen Strom. Lediglich die leuchtenden Pixel für die weiße Schrift haben einen Strombedarf. Das Display lässt sich durch den hohen Kontrast hervorragend ablesen. Die Schrift fällt etwas klein aus, was für ältere Menschen ein Problem darstellen könnte, denn die Schriftgröße lässt sich nicht anpassen.

360-Grad-Rundummmessung mit „Intelli Wrap“

Das Blutdruckmessgerät lässt sich am Oberarm so positionieren, dass man das Display bequem einsehen kann. Die Manschette ist für Oberarmumfänge von etwa 22 bis 42 Zentimetern geeignet und recht steif. Sie macht einen wertigen und stabilen Eindruck. Auch das Klettband zur Fixierung wirkt langlebig. Um den korrekten Sitz muss man sich wenig Sorgen machen, denn das Evolv misst unabhängig von seiner Position 360 Grad rundum.

Möglich wird dies durch eine Manschette mit einer etwa 30 Prozent größeren Blase als bei herkömmlichen Modellen. Die Blase ist für den Druckaufbau und den Druckabbau zuständig. Kommt es zu einem Druckverlust auf die Arterie, wirkt sich das negativ auf die Messwerte aus: sie sind dann ungenau. Die größere Blase minimiert den Druckverlust weitgehend. Omron nennt diese Technik „Intelli Wrap“ (intelligentes Wickeln). Herkömmliche Blutdruckmanschetten von Blutdruckmessgeräten anderer Hersteller leisten das in der Regel nicht. Die Manschetten müssen meist in einer bestimmten Position angelegt werden. Der Spielraum ist gering.

Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung Evolv aufrecht

Beim Omron Evolv muss man lediglich darauf achten, dass sich der untere Manschettenrand etwa ein bis zwei Zentimeter von der Ellenbeuge entfernt befindet. Sollte das nicht der Fall sein, meldet sich der Blutdruckmesser und fordert über ein Fehlersymbol auf dem Display eine Korrektur des Manschettensitzes.

Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung Fehleranzeige

Installation und Einrichtung

Bevor es an die erste Messung geht, lädt man die Omron Connect App aus dem App Store und installiert sie auf dem Apple iPhone oder iPad. Für das Android-Betriebssystem gibt es ebenfalls eine passende App. Zur Einrichtung muss Bluetooth auf dem mobilen Gerät aktiviert sein. Das Evolv nutzt zur Verbindung Bluetooth 4.0. Nach dem Start der App wird der Anwender durch die einzelnen Schritte geführt. Einziger Mangel: Obwohl Deutsch als Sprache ausgewählt ist, werden bei der Länderabfrage die Länder nur in englischer Sprache angezeigt.

Omron bietet die Speicherung der Messwerte in einer eigenen Cloud an. Dafür ist eine Registrierung notwendig. Aus den Datenschutzbestimmungen geht hervor, dass die Daten verschlüsselt in die Cloud übertragen werden. Die Speicherung erfolgt auf Servern in Europa, sodass die strengen europäischen Datenschutzbestimmungen greifen. Wo genau die Speicherung erfolgt, geht aus den Datenschutzbestimmungen jedoch nicht hervor. Wem seine Blutdruckmesswerte und die gemessene Herzfrequenz zu sensibel sind, um sie auf irgendwelchen Servern zu speichern, kann auf die Verwendung der Omron Cloud auch verzichten. Die Daten werden dann lediglich lokal auf dem mobilen Gerät hinterlegt.

Blutdruckmessung und Übertragung der Messwerte

Ist die Einrichtung erledigt, legt man das Blutdruckmessgerät wie beschrieben am Oberarm an. Dann drückt man nur noch auf den Start/Stop-Knopf, die Manschette wird mit Luft befüllt und die Messung beginnt. Vor der Messung sollte man mindestens fünf Minuten zur Ruhe gekommen sein, sich bequem aufrecht hinsetzen und den Rücken anlehnen. Die Arme legt man leicht angewinkelt entspannt ab. Während der Messung sollte man ruhig atmen, sich nicht bewegen und auch nicht sprechen.

Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung Evolv Start Stop Bluetooth

Das Omron Evolv pumpt mit einem dezenten Brummen Luft in die Manschette. Manche Menschen könnten den dabei aufgebauten Druck als zu hoch und unangenehm empfinden. Das ist aber bei vielen Blutdruckmessgeräten, die einen höheren Druck aufbauen, der Fall. Beim Omron Evolv dauert ein kompletter Messvorgang etwa zwölf Sekunden. Danach zeigt das Gerät Werte für Systole und Diastole sowie die Herzfrequenz an. Nach Herstellerangaben beträgt die Abweichung zu den angezeigten Blutdruckwerten maximal ±3 Prozent, bei der Herzfrequenz ±5 Prozent. Damit erfüllt das Omron Evolv die europäischen Vorgaben für Blutdruckmessgeräte. Bei einem direkten Vergleich mit einer manuellen Messung durch eine Ärztin wichen die Werte kaum voneinander ab, sodass man von zuverlässigen Messergebnissen sprechen kann.

Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung Messung

Es empfiehlt sich, bereits vor der Messung Omron Connect geöffnet zu haben, denn dann werden die Daten automatisch synchronisiert und tauchen kurz darauf auch in Apple Health auf. Ist die App nicht geöffnet, speichert das Evolv bis zu 100 Datensätze. Darüber hinaus werden die ältesten Messwerte ersetzt. Blättern kann man durch die alten Messerwerte am Gerät nicht. Sollen mehrere Messwerte im Speicher beispielsweise mit Omron Connect synchronisiert werden, muss man den Vorgang manuell anstoßen. Dazu drückt man auf die Bluetooth-Taste am Gerät und wischt in der Hauptansicht der App kurz nach unten. Dann werden die im Speicher befindlichen, noch nicht übertragenen Daten synchronisiert. Im Test war das jedoch nicht immer der Fall. In einigen wenigen Fällen unterschlug das Omron Evolv ältere Messdaten. Ein Grund dafür war nicht zu ermitteln.

Anzeige der Messwerte mit Omron Connect und Daten-Export

Die Messdaten stellt Omron Connect recht übersichtlich dar, in der Hauptansicht die letzte Blutdruck- und Pulsmessung in Kacheln. Zusätzlich lassen sich die Messwerte tage-, wochen- und monatsweise sowie jährlich übersichtlich darstellen. Dabei werden zusätzlich Durchschnittswerte errechnet und angezeigt. Die Darstellung in Form von Balken und Graphen lassen recht gut eine Tendenz erkennen.

Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung Omron Connect Hauptansicht

Wer will, kann ein Tagebuch anlegen, das Omron „My Journal“ nennt. Das funktioniert allerdings nur dann, wenn die Omron Cloud genutzt wird. Messwerte werden im Journal zusammen mit einer etwaigen Medikation festgehalten und in Form eines Kalenders, Diagramms oder einer Liste angezeigt. Der Blutdruck sollte jeweils morgens und abends gemessen werden, um eine aussagekräftige Übersicht zu erhalten. Für die beiden Messungen wird dann jeweils farblich die Erfolgsstufe gegenüber einen zuvor festgelegten Zielblutdruck angezeigt. So ist sehr einfach erkennbar, ob sich getroffene Maßnahmen wie beispielsweise mehr Sport zu treiben, eine bessere Ernährung und ausreichender Schlaf positiv auf den Blutdruck auswirken.

Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung Omron Connect MyJournal

Möchte man die Messwerte anderweitig auswerten oder an seinen Arzt schicken, dann exportiert man die Daten für einen frei definierbaren Zeitraum im CSV-Format oder als PDF. Die Datei wird dazu an die in Omron Connect hinterlegte E-Mail-Adresse versendet. Das CSV oder PDF speichert man dann auf seinem Rechner ab und sendet sie dann weiter.

Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung Omron Connect Export

Die in Omron Connect gesammelten Messwerte landen automatisch auch in Apple Health, sofern man den Zugriff auf die Daten gestattet hat. Das klappte im Test zuverlässig, sodass man die Werte auch sehr gut in Apple Health auswerten kann.

Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung Apple Health Hauptansicht

Prinzipiell können mehrere Benutzer mit dem Omron Evolv ihren Blutdruck messen. Sie müssen dazu auf ihren mobilen Geräten jeweils Omron Connect installieren sowie ein eigenes Konto anlegen und mit dem Evolv verknüpfen. Dann müssen allerdings alle aufpassen, dass bei einer Daten-Synchronisation nicht versehentlich im Speicher des Evolv verbliebene Daten eines anderen Nutzers mit dem falschen Konto synchronisiert werden. Insgesamt ist die Nutzung mit mehreren Benutzern sehr umständlich und aufgrund der Fehleranfälligkeit auch nicht empfehlenswert.

Fazit

Das Omron Evolv HEM-7600T-E Blutdruckmessgerät liefert verlässliche und präzise Messwerte. Dank „Intelli-Wrap“-Manschette sind fehlerhafte Messungen wegen falschen Anlegens nahezu ausgeschlossen.

Die Übertragung der Daten an ein verknüpftes Apple iPhone oder iPad mit der Omron-Connect-App funktioniert weitgehend zuverlässig, mitunter werden Messwerte, die erst später synchronisiert werden, unterschlagen.

Test Omron Evolv HEM-7600T-E Bluetooth-Blutdruckmessgerät mit Apple-Health-Anbindung Evolv seitlich

Die App zeigt die Messwerte übersichtlich an. Eine Journal-Funktion hilft bei der Auswertung, ist allerdings nur dann verfügbar, wenn man die Messwerte in der Omron-Cloud speichert. Unklar ist, wo die Daten genau landen. Zusätzlich werden die Messdaten an Apple Health übertragen, sodass man sie dort zusammen mit anderen Messwerten interpretieren kann.

Gut gefallen das kontraststarke OLED-Display und der geringe Strombedarf des Omron Evolv. Der einzige Wermutstropfen ist der recht hohe Preis. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei satten 169 Euro für das Omron Evolv HEM7600T-E (Amazon Partner-Link), der Straßenpreis liegt darunter.